Feb 02 2018

Im Portrait der WK Wertkontor: Mathilde von Canossa

Der Gang von Canossa ist vielen zumindest im übertragenen Sinne bekannt. Der persönliche „Gang nach Canossa“ ist immer dann, wenn sich jemand einem als unangenehm oder erniedrigend empfundenen Weg machen muss, sich bei jemandem zu entschuldigen oder um etwas zu bitten. Seinen Ursprung hat der „Gang nach Canossa“ allerdings im Mittelalter.

Im Jahr 1076 bis 1077 machte sich König Heinrich IV. auf einen Italienzug, um die Vereinigung von Papst Gregor VII. mit den deutschen Fürsten zu verhindern. Der Papst hatte sich auf die Burg Canossa zurückgezogen. Vor dieser bat Heinrich IV. dann um die Lösung des auf seiner Person harrenden Kirchenbanns.

Zwischen Papst und Kaisertum

Die Burg Canossa gehörte zu diesem Zeitpunkt Mathilde von Tuszien, auch Mathilde von Canossa genannt. Sie war Markgräfin eines großen Herrschaftsgebiets der Toskana, das sie von ihrem verstorbenen Vater, Brüdern und Stiefvater zusammen mit ihrer Mutter übernommen hatte und nach deren Tod 1076 allein regierte. Sie war dem Papst treu und stellt sich auf seine Seite, als es zum Machtkampf zwischen Papst und Kaisertum kam. Die Burg Canossa war eine ihrer wichtigsten Burgen und Hauptsitz ihrer Vorfahren.

Nach dem Tod ihres ersten Ehemannes heiratete sie um 1090 auf Wunsch des Papstes Urban II. bereits über 40-jährig den 16jährigen Welf V., dem ältesten Sohn des geächteten Herzogs Welf IV. von Bayern, um dieses Adelsgeschlecht enger an den Papst zu binden. Dies war allerdings nur eine Scheinehe – bereits 1079 hatte sie den Papst als ihren Erben eingesetzt. Ihre Treue zum Papst gipfelte darin, dass sie den Großteil ihrer Besitztümer (bekannt als die Mathildische Erbschaft) an den Kirchenstaat übereignete.

Das aufregende Leben der Mathilde in schillernden Bildern

Die Vita der Mathilde von Canossa wurde zwischen 1111 und 1115 vom Benediktinermönch Donzio erstellt. Dieser kannte Mathilde persönlich. Die Vita ist in zwei Bücher unterteilt: Das erste beschreibt den Aufstieg des Hauses Canossa zu einem der mächtigsten Adelsgeschlechter Italiens des elften Jahrhunderts. Das zweite ist ganz dem beeindruckenden Leben der Mathilde von Canossa gewidmet. Sie stand immerzu im Brennpunkt der Zeit und vermittelte zwischen Papst und König/Kaiser. Dies wird in der Vita ausführlich dargelegt, mit besonderem Fokus auf ihre tiefe Frömmigkeit. Dem Werk sind prachtvolle Illustrationen und viele verzierte Initialien hinzugefügt worden.

Als Faksimile kann sich der versierte Kunstliebhaber die schillernde Geschichte einer außergewöhnlichen Frau ins Regal stellen und darin schmökern. Auch der WK Wertkontor ist wichtig, ihren Kunden eindrucksvolle Faksimiles wie die der Vita von Mathilde von Canossa anzubieten. Das Mittelalter und die Renaissance haben viele interessante Persönlichkeiten und spannende Geschichten hervorgebracht, die sich am authentischsten in Nachbildungen ursprünglicher Druckereien durchleben lassen.

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