Apr 25 2019

Wie entsteht ein Faksimile – von der Aufnahme bis zur Vergoldung nur das Beste für die wertvollen Reproduktionen

Während andere in der Luxusbranche angesiedelte Unternehmen schicke Designerhandtäschchen oder prestigeträchtige Uhren verkaufen, besteht das exklusive Sortiment der in Gütersloh ansässigen WK Wertkontor GmbH derzeit aus insgesamt 14 qualitativ hochwertigen Faksimiles. Worum handelt es sich bei diesen Luxusobjekten, die in den Bereichen Geschichte und Kunst angesiedelt sind, genau und wie werden sie hergestellt?

Übersetzt man „Faksimile“, das Lateinisch ist, kommt man der Sache bereits ein ganzes Stück weit näher. „Faksimile“ besteht aus zwei lateinischen Wörtern: dem Verb „facere“, das zu Deutsch „machen“ heißt, und dem Adjektiv „similis“, das mit „ähnlich“ übersetzt wird. Die Aufforderung „Fac simile!“ bedeutet demnach „Mach es ähnlich!“. Und somit liegt nahe, worum es sich bei einem Faksimile handelt: um die originalgetreue Reproduktion einer Sache, und im Falle WK Wertkontors eines historisch wertvollen Dokuments. Das kann eine alte Handschrift sein, ein Codex oder zum Beispiel auch eine Zeichnung. Die Funktion der Faksimiles ist es, die bedeutungsvollen Inhalte der Originale, die heute alle in namhaften Bibliotheken, Museen oder Archiven sicher verwahrt werden, einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Und zwar genau so wie sie vor Jahrhunderten entstanden sind.

Um eine originalgetreue Abbildung der jeweiligen historischen Vorlage zu erhalten, scheut man bei der Herstellung von Faksimiles keine Kosten und Mühen. WK Wertkontor erklärt, wie die qualitativ hochwertigen Bücher des Sortiments, zum Beispiel „Die Vita der Mathilde von Canossa“, „Die wunderbare Tierwelt des Petrus Candidus“, der „Rosenroman“ oder die „Zeichnungen“ Leonardo da Vincis, entstehen.

Weder Kosten noch Mühen werden gescheut: Die Herstellung von Faksimiles erfolgt in vielen Einzelschritten

Am Anfang der Faksimileherstellung steht immer ein Besuch der Bibliothek, des Museums oder des Archivs, in dem sich das historische Originaldokument, das man reproduzieren möchte, befindet. Der erste Schritt besteht nämlich darin, die Handschrift, den Codex oder die Zeichnung mithilfe moderner, also digitaler Fototechnik, aufzunehmen. Dieser Arbeitsschritt erfolgt am Aufbewahrungsort selbst, um den alten Papieren und Büchern den Transport zu ersparen und mögliche Beschädigungen zu vermeiden.

Nachdem man alle Seiten des Buches sogfältig abfotografiert hat, werden die Bilddaten zunächst für den Druck aufgearbeitet bzw. fachsprachlich „separiert“. Erste Probedrucke werden erstellt, bei denen es in der Hauptsache darum geht, die Farbe der Ausdrucke denen des Originals nach und nach anzupassen. Ziel hierbei ist es, eine exakte Farbübereinstimmung zu erhalten. Mit dieser peniblen und anspruchsvollen Arbeit werden speziell ausgebildete und erfahrene Lithographen betraut. Erst wenn die reproduzierten Buchseiten mit denen der Originalhandschrift oder des Originalcodex en détail übereinstimmen, wird die Druckfreigabe, fachsprachlich „Imprimatur“, erteilt. Für den Druck der Faksimiles benutzt man schließlich Papier, das zum einen im Hinblick auf seine Eigenschaften und seiner Haptik dem Originalmaterial Pergament gleicht und zum anderen säurefrei und alterungsbeständig ist. So stellt man sicher, dass Kunden lange Zeit etwas von ihrem „mittelalterlichen“ oder „frühneuzeitlichen“ Werk haben.

Eine weitere, nicht weniger aufwendige Arbeit des Lithographen ist es, die Gold- und Silberverzierungen, mit denen die Buchschreiber und Buchkünstler des Mittalalters oder der Frühen Neuzeit keineswegs sparsam umgingen, detailgetreu wiederzugeben. Hierfür bedarf es eines ganz speziellen Verfahrens, für das gesonderte Durchgänge auf der Druckmaschine nötig werden. Etwaige Verzierungen der Gold- und Silberpartien oder die über die Jahrhunderte entstandene Patina der Gold- und Silberoberflächen zieht weitere zusätzliche Arbeitsschritte nach sich.

Nachdem der Lithograph seine Arbeit beendet hat, ist schließlich der Buchbinder an der Reihe. Zunächst beschneidet dieser die Seiten des Faksimiles entsprechend des Originalformats, falzt die Bögen und trägt sie zu Lagen zusammen. Nachdem man die einzelnen Lagen schließlich zum Buchblock geheftet hat, fehlt nur noch der Einband. Selbstverständlich handelt es sich auch hierbei um ein Faksimile des Originaleinbands. Da die Bucheinbände im Mittelalter und der Frühen Neuzeit nicht nur aus verschiedensten Materialien wie etwa Leder, Samt, Elfenbein oder Edelmetallen hergestellt worden sind, sondern zudem reich verziert waren, fertigt der Buchbinder sie nicht selten in Zusammenarbeit mit entsprechenden Fachleuten. Das können zum Beispiel Textilfachleute, Goldschmiede oder Elfenbeinschnitzer sein.

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